Wirtschaft

Fairtrade Marktoberdorf

Gar nicht „blöd“, wem „billig“ allein zu wenig ist. „Preis“ und „wert“ in schönster Eintracht, heißt die Losung. Die hier auch Lösung ist. Auf Qualität kommt es an. Auch auf die Qualität der Herstellung, der Erzeugung. Auf das Ganzheitliche. Umweltgerecht, menschengerecht, verantwortlich und nachhaltig handelt, wer fair handelt.

 

Fair Handeln ist allemal besser als verhandeln im Sinne von Herunterhandeln. Das Siegel Fairtrade hat Signalwirkung. Es hilft auch im Ostallgäu dabei, die Lebensbedingungen in Entwicklungsländern zu verbessern, Ressourcen zu schonen und das Klima zu schützen. Wenn sich aber die Verhältnisse vor Ort verbessern, werden es in der Konsequenz weniger Menschen sein, die aus wirtschaftlicher Not gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen.

 

Die Kultur-Stadt Marktoberdorf, die mit Festivals wie „Musica Sacra“ oder „Internationalem Kammerchorwettbewerb“ weltweite Kontakte knüpft, sagt nicht nur A sondern auch B: Ganz selbstverständlich ist Marktoberdorf deshalb seit 2013 Fairtrade-Stadt.

 

Auch der Industrie- und Wirtschafts-Standort Markoberdorf ist global unterwegs. In der Firma, im Geschäft heißt es jeden Tag, Verantwortung übernehmen und vorausschauend agieren. Es stärkt auch die Absatzmärkte, wenn Industrie, produzierendes Gewerbe und Dienstleister sich dem fairen Handel verschreiben und Fairtrade-Ideen fördern. Und das nicht nur ideell. Ganz konkret wurden in der Kreisstadt Marktoberdorf Betriebskantinen, Cafés und Gaststätten konsequent auf fair gehandelte Produkte umgestellt. Lebensmittelmärkte, Blumengeschäfte oder Bäcker kaufen fair ein und geben fair gehandelte Waren weiter.

 

Ausstellungen und Aktionen haben das Thema Fairtrade in der Bürgerschaft vertieft. Rund um den Weltladen ist ein ständig wachsendes Netzwerk entstanden. Die Jugend ist im Boot, Feuer und Flamme sogar. Von wegen „null Bock“! Und die engagierte Lehrerin Angelika Sirch vom Gymnasium Marktoberdorf leitet die Steuergruppe. Es rührt sich was. Im Rathaus der Stadt ist das viel frequentierte Touristikbüro im Erdgeschoß Dreh- und Angelpunkt.

 

Fairtrade ist eine internationale Bewegung für mehr Gerechtigkeit im Welthandel: Von Dumpinglöhnen und Dumpingpreisen benachteiligte Produzenten bekommen eine faire Chance, ihre Existenz dauerhaft zu sichern. Gute Produkte müssen Preise erzielen, die Erzeuger leben lassen und sie nicht in den Ruin treiben; Und es geht auch um Bildung, Informationsaustausch und politisches Handeln, um gemeinsame Schritte – jeder an seinem Platz und mit seinen Möglichkeiten - hin zu mehr Ausgleich und Gerechtigkeit.

 

Werkzeuge für diese wünschenswerte Veränderung sind die Fairtrade-Standards. Dazu gehören verlässliche Erzeugerpreise für Bauern und die Förderung von Kooperativen und Gemeinschaftsprojekten durch die Zahlung einer zusätzlichen Prämie. Mit dem Kauf von Produkten mit dem Fairtrade-Siegel leisten Marktoberdorferinnen und Marktoberdorfer jeden Tag ihren Beitrag zur Stärkung von Landwirten und Plantagenarbeitern in Afrika und Asien.

 

Das unabhängig kontrollierte Fairtrade Siegel garantiert und attestiert, dass die Rohstoffe von Produzenten-Organisationen stammen, die vernünftig bezahlt werden und deshalb in der Lage sind, soziale, ökonomische und ökologische Mindest-Standards einzuhalten.

 

Ein Win-win-Erfolg, der beide Seiten glücklich macht.