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„Verantwortungsvoller“ Aufstau des Ette in Sichtweite

Datum:
13. Juni 2020
Kategorie:
Bekanntmachungen

„Wir wollen den verantwortungsvollen Aufstau für den Ette gemeinsam hinbekommen und dabei natürlich die Interessen von Mensch und Natur unter einen Hut bekommen“, sagen Landrätin Maria Rita Zinnecker und Marktoberdorfs Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell. Das ist das Ergebnis eines Gesprächs mit Beteiligung von Landratsamt, Rathaus und Wasserwirtschaftsamt Kempten, um die komplexe Situation rund um den Ettwieser Weiher zu lösen.

 

Ein aufgestauter Weiher diene sowohl dem Badespaß als auch dem Erhalt der Lebensräume Weiher und Bach. Neben seiner Funktion als Wasserreservoir für heiße und trockene Sommermonate ist er auch Lebensgrundlage für die im angrenzenden Bach vorkommende, streng geschützte Bachmuschel – darin sind sich alle Beteiligten einig. In diesem Jahr habe man eine „Sondersituation“: Aufgrund der aus Sicherheitsgründen dringend erforderlichen Sanierung des Grundablasses, welche im Rahmen der Dammsanierung von der Stadt durchgeführt wurde, war eine vollständige Entleerung des Weihers notwendig. Die extreme Niederschlagsarmut in April und Mai habe den Aufstau dann verzögert. Hinzu kam die Auflage der Naturschutzbehörden, aufgrund der Bachmuschel eine ausreichende Wassermenge abzugeben. Der „Ette“ ist laut Dr. Hell Naherholungsgebiet, Badegelegenheit und ein wertvolles Biotop zugleich. Das sei doch gerade das Besondere, dass „dort draußen die Kinder nicht ein steriles Freibad haben, sondern den unmittelbaren Bezug zur Natur erleben vom Frosch bis zur schlüpfenden Libelle“. „Wir wollen diese Interessen vereinen und ich bin guter Hoffnung, dass wir das gemeinsam schaffen“, bekräftigt Zinnecker. Es gehe keinesfalls um eine Konkurrenz zwischen Badenutzung und Naturschutz.


David Kempter vom Wasserwirtschaftsamt Kempten wies in dem Gespräch darauf hin, dass man angesichts des durch die Sanierung spät begonnenen Aufstaus und Wassermangels durch zu wenig Niederschläge aber damit rechnen müsse, dass der Weiher im Laufe des Sommers nicht ganz voll werde. Kempter: „2020 ist nach unserer Einschätzung bislang eines der trockensten überhaupt.“ Der weitere Aufstau ist daher abhängig von der Niederschlagssituation. Die Stadt wird zudem in den nächsten Monaten auf Anregung von Landratsamt und Wasserwirtschaftsamt ein Gewässermanagement entwerfen, das vor allem auch die im Angesicht des Klimawandels künftig geringeren Zuflussmengen berücksichtigen wird. Damit soll dem Badespaß und dem Schutz der Natur rund um Weiher und Bach in Anbetracht des zu erwartenden Wassermangels Rechnung getragen werden. Die Erarbeitung des Gewässerkonzepts durch die Stadt wird begleitet durch einen „Runden Tisch“, bestehend unter anderem aus Vertretern der Naturschutzbehörden, Wasserwirtschaftsamt und Fischereiwesen.