Mitteilungen

Neujahrsbrief Bürgermeister Dr. Hell

Datum:
Fri Jan 03 2020 00:00:00 GMT+0100
Kategorie:
Sonstiges

 

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

 

ich wünsche Ihnen und uns allen ein glückliches und gesundes neues Jahr 2020. Gleichzeitig hoffen wir, dass die Völker dieser Welt erkennen, dass wir unsere Zukunftsaufgaben nur gemeinsam lösen können.

 

Unseren diesjährigen Neujahrspruch verdanke ich dem Team eines unserer Kindergärten. Er passt zu unserer Kindle-Kapelle bei Ettwiesen – ein kleiner Wallfahrtsort, zu dem wohl seit Jahrhunderten die Eltern ihre Sorgen und Hoffnungen, aber auch ihre Dankbarkeit hintragen. Ein Ort, an dem uns bewusst wird, wie klein wir sind und dass uns doch jemand seine schützende Hand über hält.

 

Wir haben Grund zur Dankbarkeit, denn vieles, für das wir in den letzten Jahren gekämpft haben, ist in Erfüllung gegangen.

 

Vor wenigen Wochen erfolgte der Tunneldurchstich für die Ortsumfahrung Bertoldshofen-Marktoberdorf. Das vermutlich größte Verkehrsprojekt in der Geschichte der Stadt wird Bertoldshofen und Marktoberdorf spürbar vom Durchgangsverkehr entlasten. 2014 hatten wir in einer Resolution des Stadtrates diese gefordert, nun wird sie Realität.

 

Auch der beschlossene vierspurige Ausbau der B12 wird den innerstädtischen Verkehr entlasten, wenn der Schwerverkehr über eine neue Anschlussstelle Geisenhofen auf kürzestem Weg zu unseren Betrieben kommt. In meinen Augen am wichtigsten ist aber die Verkehrssicherheit, denn diese Straße hat schon zu viele Todesopfer gefordert.

 

Wir haben viele Einzelmaßnahmen ergriffen, um Fußgänger und Radfahrer zu stärken. Unfallschwerpunkte wurden beseitigt. Auch dies ist eine fortlaufende Aufgabe.

 

Sechs Jahre nach der Schließung des EDEKA-Marktes ist nun am gleichen Platz ein moderner Lebensmittelnahversorger entstanden. Damit ist auch für unsere Bürgerinnen und Bürger im „Moos“ ein Einkaufen zu Fuß wieder möglich.

 

Das Hotel „Das Weitblick“, vor gut einem Jahr eröffnet, ist nicht mehr wegzudenken. Marktoberdorf erreicht nun voraussichtlich die magische Zahl von 100.000 Übernachtungen pro Jahr. Die Gäste schätzen Marktoberdorf als authentische Kleinstadt mit guter Infrastruktur und kulturellem Angebot.

 

Unser maßgeblich durch den Freistaat Bayern gefördertes Fassadenprogramm hat sich bestens bewährt. Viele Häuser in der Stadtmitte wurden renoviert. Wir haben einen qualifizierten Einzelhandel und wieder ein vielfältiges gastronomisches Angebot. Ob Gasthaus, Café, Espressobar, Eisdiele, Cocktailbar oder Abendkneipe – für jeden Geschmack und Geldbeutel ist etwas dabei. Wir freuen uns auch mit Herrn Hirtl, Gasthof „Zum Sailer“, über seinen kürzlichen Sieg in der Kabel 1-Kochshow „Mein Lokal, Dein Lokal“. Laut Auskunft des Eigentümers werden in diesem Frühjahr die Bauarbeiten zur Sanierung des historischen Gasthofes „Baldauf“ und der Bau von Wohnungen beginnen.

 

In den letzten sechs Jahren wurde in Marktoberdorf in beträchtlichem Umfang Wohnraum geschaffen: es wurden Baugenehmigungen für rund 370 Wohneinheiten erteilt, die Zahl der Einwohner mit Hauptwohnsitz ist um knapp 700 gestiegen. Die Bebauungspläne für die neuen Wohnbaugebiete in Geisenried und auf dem Krankenhausareal sind beschlossen, weitere in Vorbereitung. Mit der Gründung einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft werden wir dafür sorgen, dass es auch in Jahrzehnten noch erschwingliche Mietwohnungen gibt. Die Vorarbeiten dafür haben wir gemacht.

 

Unsere großen und auch kleineren Industrie- und Gewerbebetriebe haben in den letzten Jahren viele Millionen Euro in die Modernisierung und Erweiterung investiert - unter anderem Werksneubau Kunststoffgalvanik Hübner, Ausstellungshalle AGCO-Fendt, Werkserweiterung Klinkau, Werkserweiterung Niehoff, Werkserweiterung Eisen-Fendt, Werkserweiterung Stahlhandel Atterer, Erweiterung Elektrotechnik Minck. Dies sichert uns Arbeitsplätze und Wohlstand.

 

Marktoberdorf allein wird das Weltklima nicht retten können, aber wir leisten unseren Beitrag zum Klimaschutz. Der Energieverbrauch unserer städtischen Gebäude und damit der CO2 Ausstoß wurden in den letzten 10 Jahren erheblich gesenkt. Wir rüsten Schritt für Schritt unsere Straßenbeleuchtung auf stromsparende und insektenschonende LED-Technologie um. Das Fernwärmenetz wird weiter ausgebaut, ebenso die Ladeinfrastruktur für Elektroautos. Seit 2 Jahren gewinnen wir Energie aus Klärschlamm, annähernd so viel, wie unser Hallenbad verbraucht. Die Stadt unterstützte die Allgäuer Moorallianz bei der Renaturierung von 30 ha Moor im Räsenmoos, damit dieses wieder seine Aufgabe als Wasser- und CO2-Speicher erfüllen kann. Mittlerweile haben die Mitarbeiter unserer Stadtgärtnerei 3 ha städtische Rasenflächen in blühende Wiesen umgewandelt – und es wird noch mehr! Das ist wichtig, denn Artenschutz kann nicht allein den Landwirten auferlegt werden!

 

Auch im neuen und in den kommenden Jahren haben wir große Aufgaben vor uns. Die größten Projekte sind der Bau des Kindergartens Saliterstraße und der Grundschule St. Martin. Ein weiteres großes Ziel ist ein alltagsgerechter und auf Dauer finanziell tragbarer öffentlicher Personennahverkehr, der unsere Bürgerinnen und Bürger in der Kernstadt und in den Ortsteilen dient – zum Einkaufen, Arztbesuch, Fahrt zur Arbeit, Freizeitaktivitäten – attraktiv getaktet, barrierefrei und auch auf Dauer finanzierbar.

Eine starke Kernstadt und starke Ortsteile machen Marktoberdorf attraktiv! In diesem Sinne freuen wir uns alle gemeinsam auf das große Jubiläum im Jahr 2020: „900 Jahre Sulzschneid“!

 

Ein herzliches „Danke“ und „Vergelt´s Gott“ an Sie alle, die sich für Marktoberdorf einsetzen, ob beruflich oder ehrenamtlich! – „damit das was kommt, unter einem guten Stern beginnt“

 

Dr. Wolfgang Hell

Erster Bürgermeister